Was sind berühmte Kulturgüter Koreas?

Max: Manchmal wollen Freunde von mir etwas über Korea erfahren, aber ich weiß einfach nicht, wo ich anfangen soll. Was schlägst du vor?
Hyonsuk: Oh, ich verstehe. Ich werde dir einige der weltberühmte Kulturgüter aufzählen, die du in Korea finden kannst. Nimm doch diese Beispiel, wenn du deinen Freunden etwas über Korea erzählst.

Dolmen
Dolmen, Überreste aus der prähistorischen Megalith-Kultur, kann man weltweit bestaunen. Zu den bekanntesten Megalith-Reliquien gehören Stonehenge in England und die Moai-Steinstatuen auf den Osterinseln nahe Chile. Obgleich Dolmen auf der ganzen Welt zu finden sind, gibt es nur wenige Orte, an denen man eine so große Zahl auf so engem Raum findet wie in Korea. Dolmen, die man in dieser Region findet, sind von unschätzbarem Wert, um etwas über die prähistorische Kultur und Gesellschaft Koreas herauszufinden. Insbesondere die Dolmen von Gochang, Hwasun und Ganghwa, die aus archäologische Sicht sehr wichtig sind, wurden im Jahr 2000 in die Liste der Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen.

Jikji
Baegun hwasang chorok buljo jikjisimcheyojeol (Band II). Das zweite Buch von der "Sammlung der Zen-Lehren großer Buddhistischer Priester". Jikjisimcheyojeol, kurz Jikji, ist das älteste Buch der Welt, das mit Metall-Lettern gedruckt wurde, und zwar ca. 70 Jahre bevor in Deutschland im Jahr 1455 die 42-Zeilen-Bibel von Gutenberg gedruckt wurde. Jikji ist eine Sammlung buddhistische Abhandlungen und Lehren, die durch den antiken Mönch Baegun im Juli 1377 im Heungdeok-sa Tempel in Cheongju, nördlich von Chungcheong, niedergeschriebenwurden. Es waren ursprünglich zwei Ausgaben, doch nur eine ist uns erhalten geblieben. Jikji ist im Besitz der Nationalenbibliothek von Frankreich in Paris. Im September 2001 wurde es in die Liste der Weltkulturerbe aufgenommen, um seinen dokumentarischen Hinterlassenschaften der Nachwelt zu erhalten.

Kimchi
So wie die Deutschen gern Wurst, die Inder Curry, die Italiener Pizza essen, so lieben die Koreaner Kimchi. Eine Beilage, die die Koreaner um die ganze Welt begleitet. Kimchi ist ein scharfes, gegorenes Essen, das aus einer Vielzahl von Gemüse wie Kohl und Gurken gemacht wird, gewürzt mit Salz, Knoblauch, Frühlingszwiebeln, Ingwer, rotem Paprikapfeffer und andere Kräuter und Gewürzen. Kimchi kann entweder separat als Beilage serviert werden oder ist eine Zutat vieler verschiedener Gerichte. Am 5. Juli 2001 wurde Kimchi vom Codex Alimentarius Commission (CAC), eine internationale Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, international Nahrungsmittelstandards zu schaffen, um den Lebensmittelhandel zu fördern, zu einem Standard erhoben. Desweiteren wählte das amerikanische Gesundheitsmagazin "Health" Kimchi zu einem der fünf gesündesten Lebensmittel. Laut dieser Zeitschrift ist Kimchi reich an Vitaminen A, B und C und Bakteriummilchsäurebazillen, gesunden Bakterien, die die Verdauung unterstützen.

Insam
Unter all den verschiedenen Arten des Ginsengs, die auf der Welt wachsen, ist eine koreanische Sorte, der Goryeo-Ginseng, der nach einem alten koreanischen Königreich Goryeo benannt ist, unübertroffen an Aroma und Duft. Goryeo-Ginseng wächst am besten im Boden und Klima der koreanischen Halbinsel. Die Koreaner sehen in Ginseng sowohl eine Medizin als auch eine gesunde Beilage. In der Tat fand eine Untersuchung über die Wirksamkeit des Ginsengs, die von dem Canadian Medical Association Journal geleitet wurde, heraus, dass die Probande, die Ginseng-Extrakt zu sich nahmen, wenigere an Erkältungen litten. Unter all den Ginseng-Sorten, die von der USA-FDA (Food and Drug Administration)als GRAS (generally recognized as safe) eingestuft wurden, ist nur der Goryeo-Ginseng als Medizin in der Europäischen Union zugelassen.

Ondol
Ondol ist ein einzigartiges koreanisches Heizsystem, das bereits im antiken Königreich Goguryeo bekannt war. Anders als westliche Heizungen, die im die Luft erwärmen, heizt Ondol den Fußboden eines Raumes. Bei dem im antiken Korea erfundenen Heizsystem wird ein großer Stein unter dem Wohnraum erhitzt: Rauch wurde von einem Feuer, das außerhalb der Wohnung brannte, unter dem Steinboden gedrückt und kam auf der anderen Seite des Hauses wieder heraus. Dieses System findet man heute in modernen Häusern und Wohnungen, in denen Wasser, das im Gas- oder Elektrodampfkesseln erhitzt wird, durch Rohre geleitet wird, die in den Boden eingelassen sind.

Hanbok
Wie Schotten ihren Kilt, Peruaner ihren Poncho und Inder ihre Saris haben, so haben Koreaner ihren Hanbok, ihre traditionelle Kleidung. Seit seines Ursprungs im antiken koreanischen Königreich, ist sein Design und seine Variationen vom Mittelalter bis in die moderne Zeit recht ähnlich geblieben. Unterschiede gibt es nur je nach Saison und Geschlecht. Während Koreaner den traditionellen Hanbok heute nur noch zu bestimmten Gelegenheiten tragen, so wie Hochzeiten oder traditionellen Feiertagen, findet man die modernere Varianten, wie den Saenghwal Hanbok, der sich dem heutigen Lebensstil angepasst hat, auch manchmal im alltäglichen Leben. Koreanische Designer wollen Kleidung im Hanbok-Stil in der westlichen Welt mittels weltbekannten Fashion-Events, wie die Pret-a-Porte in Frankreich, bekannt machen.

tuttleship
Geobukseon ist ein Kriegsschiff, das im Auftrag von Admiral Yi Sun-Sin, eines der größten Helden Koreas, während der Joseon Dynastie entwickelt wurde. "Schildkröte" heißt "Geobuk" auf koreanisch und die Ähnlichkeit dieser zwei Panzer-Wesen erklärt den Namen. Die obere Plattform war mit runden Holzschildern gedeckt, auf denen Metallspitzen angebracht wurde, um Feinde vom Entern abzuhalten. Während des Krieges trug Admiral Yi Sun-Sin bei jeder der mindestens 23 Seeschlachten den Sie davon und konnte sich mit einer beispiellosen Siegesserie schmücken. Admiral Yi Sun-Sin wird häufig mit Lord Nelson verglichen, der britische Admiral, der über die französisch-spanischen Flotte bei der Schlacht von Trafalgar triumphierte. Beide Admirale kämpften um das Schicksal ihres Landes und sicherten ihre Nationen vor Invasionen, indem sie bei Entscheidungsschlachten den Sieg davontrugen. Bekannt als Meilenstein in der Militärgeschichte, sind Geobukseon-Nachbauten in vielen nationalen Museen zu finden, einschließlich dem War Memorial Museum of Korea, dem War Memorial Museum of the USA, dem National Maritim Museum in England und in historischen Museen in China, Deutschland und in anderen Ländern.

hangeul
König Sejong verordnete im 15. Jahrhundert, ein koreanisches Alphabet, Hangeul,zu erfinden, um das Leben der einfachen Bürger in seinem Königreich Joseon zu erleichtern. 1446 wurde das erste koreanische Alphabetsystem, das aus 14 Konsonanten und 10 Vokalen besteht, fertiggestellt und unter dem Namen "Hunminjeongeum" bekannt, was wörtlich übersetzt "korrekten Laute zur Unterweisung der Menschen" bedeutet. Zusammen mit dem koreanischen Alphabet veröffentlichte König Sejong ein Handbuch, das seine Herkunft beschreibt und wie man es richtig benutzt. Hangeul ist ein von der UNESCO geschütztes Weltkulturerbe und der "UNESCO-König-Sejong-Bildungspreis", der erstmals 1989 vergeben wurde, ehrt jährlich jenen, die Hervorragendes im Bereich der Bildung geleistet haben.