Was für Regionen gibt es in Korea?

Max: Mein koreanischer Freund sagte, dass er in Jeonju-si, Jeollabuk lebt, aber das kann ich nicht auf einer Karte von Korea finden. Kannst du mir erklären, wie ich es finden kann - und was bedeutet "-do"?
Hyonsuk: O.K., erst mal zu "-do": auf koreanisch bezeichnet es eine Art Region. Es ist wie ein "Bundesland" in Deutschland. Sowohl Süd- als auch Nordkorea haben je neun "do"s. "Jeollabuk-do" bedeuten "Provinz von Nord-Jeolla" und "Jeonju-si" bedeutet "Stadt Jeonju".

Seoul und die Provinz Gyeonggi

Geographisch liegt Seoul im Herzen der Halbinsel und ist die Hauptstadt von Korea seit über 600 Jahre, also seit der Gründung der Joseon Dynastie (1392 - 1910). Zur Zeit hat die Stadt fast 11 Millionen Einwohner und ist Zentrum für Politik, die Geschäftswelt, Kultur und Handel. Seoul strotzt vor Palästen wie Gyeongbokgung, Changdeokgung und Deoksugung und vielen anderen kulturellen und historischen Überbleibseln. Gyeonggi-do umgibt Seoul und ist eng mit Seoul verflochten. Die Hwaseong-Festung in Suwon südlich von Seoul ist ein Weltkulturerbe.

Die Provinz Gangwon (Südteil)

Gangwon ist ein Gebirgsregion, in welcher der Berg Seorak sehr berühmt ist. Mehr als 80 Prozent des Landes ist mit Bergen überzogen. Dadurch ist es ist landschaftlich zwar wunderschön, aber die Berge schnitten die Provinz auch von der rasanten Entwicklung ab, die sich in Seoul und Gyeonggi vollzog. Jedoch profitiert Gangwon nun danke seiner Berge und einer unberührten Küstenlinie vom Tourismus. Neben den Massen von Seouler Bürgern, die der Hektik der Stadt entfliehen, zieht die Provinz auch viele Menschen aus Südostasien an, die den Nervenkitzel von Skifahren erleben oder einfach einmal Schnee sehen und fühlen wollen.

Die Provinz Chungcheong

Zwischen Gongju und Buyeo gelegen, blühte in Chungcheong die Kultur des antiken Königreichs Baekje (18 v. Chr. – 660 n. Chr.). Hier findet man wichtige Kulturgüter, einschließlich dem Grab des Königs Muryeong und einem bronzenvergoldeten Räuchergefäß, das als eines der schönsten angesehen, das in Nordostasien je ausgegraben wurde. Die Unabhängigkeitsmuseum von Korea in Cheonan informiert über die Unabhängigkeitsbewegungen während der japanischen Besetzung (1910 - 1945). Mit dem Ausbau der Straße entlang der Westküste und zunehmendem Handel mit China, strebt Chungcheong danach als Zentrum für Transport und Handel an der Westküste wieder aufzusteigen.

Die Gyeongsang Provinz

Gyeongsang war das Zentrum der antiken Königreiche Silla (57 v. Chr. – 935 n. Chr.) und Gaya (1v. Chr.- 562 n. Chr.). Gyeongju, die Hauptstadt des damaligen Silla, im Norden der Gyeongsang Provinz, wird sogar als "Museum ohne Wände" bezeichnet, da man in der ganzen Stadt geschichtliche Überbleibsel im Überfluss findet. Der Bulguk Tempel und die Seokguram Grotte stellen die Höhepunkt der Bestreben Sillas dar, einen buddhistischens Himmelreich auf Erden zu schaffen. Im Süden der Gyeongsang Provinz findet man verstreut viel Historisches von Gaya, in dessen Zeit die Eisen-Kultur blühte. Pohang, Ulsan, Busan, Changwon und Masan sind die modernen Metropolen dieser Provinz. Sie sind führend in der Schwerindustrie des Landes wie Stahl, Schiffsbau, Autos, Erdöl und Chemikalien. Daegu und Gumi sind außerdem für Textilien und Elektronik berühmt.

Die Provinz Jeolla

Ein Dolmen ist eine Grabstätte aus der Bronzezeit. In Korea gibt es mehr Dolmen als in jedem anderen Land und in Gochang und Hwasun wurden so viele davon gefunden, dass die UNESCO diesen Bereich zu einem Weltkulturerbe erklärt hat. Jeolla ist auch berühmt für seine köstliche Gerichten wie Bibimbap (Mischreis mit Gemüse). Das traditionelle Pansori (eine Art Tanzaufführung, die eine Geschichte erzählt) entstand auch hier. Einst das größte landwirtschaftliche Gebiet der Nation, behütet es heute die Tradition und trägt dazu bei, diese in der modernisierten, industrialisierten Welt anzupassen.

Die Provinz Jeju

Jeju ist die extremste Insel Koreas bezüglich der Größe und des einzigartigen Klimas. Die Inselprovinz umfasst die Insel Jeju und ihren angrenzenden Inseln. Geographisch ergab ihre relative Isolarisierung vom Festland einen einzigartigen Dialekt und einen eigenständigen Lebensstil. Die natürliche Schönheit des Berges Halla und des umgebenden Meers macht Jeju zu einem idealen Erholungsort. Mit dem Anbruch des 21. Jahrhunderts ernannte sich die Stadt Jeju selbst zu einer freien international Handelsstadt, die durch den freien Fluß von Menschen und Kapital gekennzeichnet ist. Die Republik Korea ist entschlossen, die Schnittstelle für die Welt zu Nordostasiens zu werden. Jeju trägt hierzu bei, indem es Menschen aus der ganzen Welt anzieht, die kommen und vom Charme der Insel begeistert sind.

Pyongyang und die Provinz Pyeongan

Pyongyang ist eine sehr geschichtsträchtige Stadt. Man findet kulturelle Hinterlassenschaften des antiken Gojoseon (2333 v. Chr. - 108 v. Chr.), die erste Nation, die auf der koreanischen Halbinsel gegründet wurde, und sogar noch mehr Überbleibsel aus der Zeit des Königreichs Goguryeo (37 v. Chr. – 668 n. Chr.) als in irgendeiner anderen koreanische Stadt. Goguryeo war einst die mächtigste Nation in Nordostasien. Die Pyongyangseong-Festung (Nationalheiligtum Nr. 1 von Nordkorea), die Anhakgungseong-Festung (Nationalheiligtum Nr. 2 von Nordkorea) und einige Wandmalereien zeugen noch heute von der Herrlichkeit des Königreiches. Das Moderne Pyongyang ist die Hauptstadt von Nordkorea und auch politisches, wirtschaftliches und logistisches Zentrum. Logischer Weise ist die Provinz Pyeonga, in der Pyongyang liegt, die fortschrittlichste und industrialisiertes Provinz.

Die Provinz Hwanghae

Hwanghae ist seit jeher eine wirtschaftlich und kulturell gut entwickelte Region. Handarbeiten, wie das Goryeo Porzellan, ermöglichten es Gaeseong, die Hauptstadt der Goryeo Dynastie (918 - 1392), einen florierenden Außenhandel zu entwickeln. Sie war sowohl in der Goryeo- als auch in der Joseon- Ära ein Handelszentrum. Zur Zeit wird hier die Zusammenarbeit zwischenSüd- und Nordkorea durch den gemeinsamen Betrieb des Gaeseong Industriekomplexes weiter ausgebaut.

Die Provinz Gangwon (Nordteil)

Gangwon ist eine geteilte Provinz in einer geteilten Nation. Die nordkoreanische Hälfte ist genauso gebirgig wie die südkoreanische Hälfte. Sie hat direkten Zugang zu den reichen Fischgründe des Ostmeers. Der Schiffsbau ist der Hauptindustriezweig in dieser Region. Der weltberühmte Berg Geumgang-San (1,638m) oder der Diamanten-Berg sind seit November 1998 Südkoreaner zugänglich. Somit wurde nach 50 Jahren das erste nordkoreanische Touristengebiet für Südkoreanern geöffnet.

Die Yanggang Prvinz

Yanggang ist Nordkoreas ergiebigste Provinz im Hinblick auf die Forstwirtschaft. Baekdu-San, der höchste Berg auf der Koreanischen Halbinsel, ist ihr Kronjuwel. Auf dem Gipfel findet man den schönen Kratersee Cheonji. Auf dem Berg gibt es seltene Pflanzen und Tiere im Überfluss. Die Region Pungsan in dieser Provinz (Gimhyeonggwon) ist der Ursprung des Pungsan Hundes, der für seine Tapferkeit gepriesen wird.

Die Jagang Provinz

Hinter Yanggang liegt die Gebirgsprovinz Jagang. Nur von Land umgeben und reich an Zink, Gold, Kupfer, Wolfram und anderen Rohstoffen, wird sie zurecht Koreas begrabener Schatz genannt. Sie besitzt auch reichlich Forstwirtschaft und Wasserquellen. In vielen der ländlichen Gebieten der Provinz findet man archäologische Grabungen wie zum Beispiel in Unpyeong-ri, Simgwi-ri und Songam-ri.

Die Provinz Hamgyeong

Hamgyeong ist die rohstoffreichste Provinz der koreanischen Halbinsel. Sie grenzt an China und Rußland. Cheongjin im Norden der Hamgyeong Provinz ist ein fortschrittlicher Industriekomplex mit einem Hafen über den Handel mit Japan und Rußland getrieben wird. Hamgyeong ist auch berühmt für viele alte Gräber, Festungsmauern und andern gut erhaltenen historischen Schätzen wie die alten Cheonghaetoseong-Festung, die aus der Zeit des Königreichs Balhae (698 - 926) stammt.