Was würdest du über die Geschichte Koreas erzählen?

Max: Die Geschichte eines Landes ist der beste Weg, um ein anderes Land zu verstehen. Kannst du mir etwas über die koreanische Geschichte erzählen?
Hyonsuk: Korea hat eine 5000-jährige Geschichte. Dangun gründete die erste koreanische Nation, Gojoseon, im Jahr 2333 v. Chr.. Nach Gojeson folgten drei Königreiche namens Goguryeo, Baekjae und Silla. Es existierte auch der Staatenbund Gaya und einige andere Stämme. Im modernen Korea findet man immer noch verschieden Überbleibsel aus jenen Zeiten. Ich mag die Goguryeo-Ära am liebsten. Man findet heute noch Waldmalerein aus dieser Zeit, die so farbintensiv sind, als wären sie erst vor wenigen Jahrhunderten gemalt worden. Außerdem ist König Gwanggaeto meine Lieblingsperson aus der Geschichte. Unter ihm erstreckte sich das koreanische Territorium bis weit in die Mandschurei hinein.

Gojoseon war das erste Land, das auf dem Gebiet des heutigen Koreas gegründet wurde. Sein Herrscher war Dangun Wanggom, der das Königreich im Jahr 2333 v. Chr. errichtete. Gojoseon entwickelte sich mit dem Liaoning Bezirk als sein Zentrum schrittweise zum Zentrum Ostasiens.
Silla lag im südöstlichen Teil der koreanischen Halbinsel. In seinen frühen Tagen war Silla das schwächste der damaligen drei Königreiche, wurde später aber so mächtig, dass es sich im Jahr 676 n. Chr. mit den beiden Anderen vereinte und diese beherrschte. Nach der Vereinigung trieb Silla kräftig Handel mit dem Ausland. General Jangbogo gründete Cheonghaejin auf der Insel Wando und vertrieb die Piraten von den Meeren und forcierte den Überseehandel von Ostasien.
Goguryeo umfasste große Teile der heutigen Mandschurei. Das Land war nicht nur das Mächtigste und Aggressivste der drei Königreich (Baekje und Silla waren die anderen zwei), sondern sogar auch das Mächtigste in Nordostasien des 5. Jahrhunderts. König Gwanggaeto der Große (375-413) eroberte in der Tat das größte Gebiet in der gesamten Geschichte Koreas.
Baekje lag im südwestlichen Teil der koreanischen Halbinsel und war eine der fortschrittlichsten Nationen jener Zeit. Baekje hatte den engste Kontakt mit dem benachbarten Japan und übte großen Einfluss auf verschiedene Gebiete der japanischen Kultur aus, indem viele Handwerker, Künstler, Schneider, Fliesehersteller und Gelehrte nach Japan geschickt wurden.
Gaya war einZusammenschluss einiger kleiner Staaten, die in der Gegend des Nakdong-Flußdeltas zu finden waren, in der Mitten der Südküste. Es lag zwischen China, Korea und Japan und spielte somit eine entscheidende Rolle als Mittler von Handel und Kultur. Das Eisen, das von Gaya exportiert wurde, erhielt international hohe Beachtung, unter anderem in China und Japan.
Nach dem Fall von Goguryeo organisierte ein Mann aus Goguryeo, Dae Joyeong, eine Armee mit Männern aus Goguryeo und Malgal (einem tungestischen Stamm) und siedelte schließlich nahe Jilin in Mandschurei und gründete dort Balhae. Balhae erklärte sich selbst zum Nachfolger zu Goguryeo und errang bald die Herrschaft über das ehemaligen Goguryeo-Territorium. Die herrschende Klasse von Balhae bestand größtenteils aus Goguryeo-Leuten.
Es war Wang Geon, der die koreanische Halbinsel zum zweiten Mal vereinte und die Goryeo Dynastie begründete, die nach Goguryeo benannt wurde. Jikji, das älteste Buch in der Welt, das mit Metall-Lettern gedruckt wurde, und das Goryeo-Porzelan sind die größte kulturellen Errungenschaften von Goryeo, die während dieser Dynastie erreicht wurden.
Joseon leitet seinen Namen vom ersten Königreich von Korea ab. Joseon bestimmte den Konfuzianismus zu seiner Staatsreligion und dessen Philosophie übte viel Einfluss auf die Joseon-Dynastie aus. König Sejong der Große (1394 - 1450), der bedeutenste König des Landes, ist eine nach wie vor respektierte Persönlichkeit in der koreanischen Geschichte. Er ließ 1446 Hangeul erfinden, das koreanische Alphabet. Des Weiteren auch einen Niederschlagsmengenmesser, eine Wasseruhr und eine Sonnenuhr.
Im frühen 20. Jahrhundert wurde Korea von Japan besetzt. Das Land wurde zugunsten des japanischen Reiches ausgebeutet. Die Besatzer versuchten die koreanische Kultur auszurotten und verboten Koreanern sogar, ihre eigene Sprache zu sprechen. Aber die Koreaner blieben unbeirrt, sowohl im In- als auch im Ausland, solange bis die Kapitulation von Japan das Ende des Zweiten Weltkrieg besiegelte.
Nach der schrecklichen japanischen Besatzung brach der Koreakrieg (1950-53) aus, nach welchem die koreanische Halbinsel in Süd- und Nordkorea geteilt wurde. Korea hat inzwischen beträchtliche soziale, wirtschaftliche und politische Veränderungen durchgemacht. Und das Land hat sich zu einem pulsierenden Teil der internationalen Staatengemeinschaft entwickelt und hat sich durch die Olympischen Spiele in Seoul 1988 und die Fußball-Weltmeisterschaft 2002 zusammen mit Japan als guter Gastgeber erwiesen.
Heute ist Korea eins der fortschrittlichsten Länder der Welt, und das vor allem dank dem schnellen Wachstum seiner Internet- und Kommunikationssparte. Durch den Ruf eine der am schnellsten wachsenden Wirtschaften zu sein, setzt Korea auch internationale Standards im Vergleich mit anderen Industriennationen. Korea bereitet sich vor, die Schnittstelle von Asien und das Tor nach Nordostasien zu werden. Die Koreaner versuchen, Brücken zu schlagen, sowohl echte und als auch im Internet, um damit ihre Freundschaft und Träume mit Menschen aus der ganz Welt zu teilen.